Anfahrt und Öffnungszeiten

Was ist das Apothekarium?

In unserem Museum geht es um die Geschichte der Pharmazie und der Apotheke. Die Pharmazie ist die Wissenschaft von den Arzneimitteln. Und die Apotheke ist der Ort, an dem man die Arzneimittel bekommt.

Früher stellten Apotheker ihre Medikamente selbst her. Dafür brauchten sie viele verschiedene Grundstoffe. Diese lagerten sie in besonderen Töpfen, Flaschen oder Dosen. Oft waren diese Gefäße mit kunstvollen Dekoren verziert, denn sie dienten gleichzeitig als Werbung.

Mit der Zeit entstand daraus ein bestimmtes Bild. Die Menschen wussten dann: So sieht eine vertrauenswürdige Apotheke aus. Auch die Einrichtung gehörte zu diesem typischen Aussehen dazu. In unserem Museum wollen wir dieses Bild lebendig halten.

Trägerin des Museums ist die vom Finanzamt München als gemeinnützig anerkannte Mayring-Stiftung Apothekarium.

Stiftungsaufsicht: Regierung von Oberbayern

Spendenkonto:

Mayring-Stiftung Apothekarium
IBAN: DE94 7025 0150 0023 7680 13

Spendenbescheinigungen stellen wir gerne aus, bitte nennen Sie uns dazu Ihre Adresse.

Kontakt

 

Hubertus-Apotheke 1953

Die Hubertus-Apotheke von Valentin Mayring II wurde 1950 eröffnet, dieses Foto wurde 1953 aufgenommen. In diesem Haus befindet sich heute das Apothekarium.

Kupferschild der Hubertus-Apotheke

Die Hubertus-Apotheke hatte als Emblem ein bemaltes Kupferschild über dem Eingang.

Dieses Foto aus den 1970er Jahren zeigt das heute leider verschollene Kupferschild – wer kann uns helfen, es wieder zu finden?

Über die Stiftung

Die Stifter haben ihre pharmaziehistorische Sammlung im Juni 2022 zunächst als Privatmuseum eröffnet. Um die Zukunft des Museums zu sichern, haben sie die diese Sammlung in die von ihnen 2026 errichtete Mayring-Stiftung Apothekarium eingebracht. Die Kollektion wird am Original-Standort der ehemaligen Hubertus-Apotheke Valentin Mayring (1950-2000) ausgestellt und ist im Rahmen der geregelten Öffnungszeiten, sowie zu speziellen Veranstaltungen allgemein zugänglich.

Die Stiftung erlangte am 18. Februar 2026 Rechtsfähigkeit und hat ihren Sitz in Neubiberg.

Als gemeinnützig anerkannt wurde sie durch das Finanzamt München durch Bescheid vom 17. März 2026.


Stiftungszweck

Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung.

Der Stiftungszweck wird insbesondere durch folgende Maßnahmen verwirklicht:

  1. durch Unterhalt und Führung des Apothekariums als Museum für pharmazeutische Kunst und anderes Wunderwerk
  2. durch die wissenschaftliche Aufbereitung des Sammlungsbestands des Apothekariums, dessen Dokumentation und historische Untersuchung, namentlich die vergleichende Untersuchung von historischen Exponaten, die Herausgabe entsprechender Publikationen und kunstgeschichtlicher Veröffentlichungen
  3. durch Seminare und Workshops zu volksheilkundlichen Themen sowie Arzneipflanzenführungen (mit Kräuterbeeten, heilkundlich verwertbarer Naturwiese und historischem Baumbestand) in der Offizin des Museums Apothekarium Kaiserstraße 10 nebst anliegenden Gartengrundstücken.

Vorstand

Erste Mitglieder gemäß Errichtungsurkunde sind die Stifter:

Gabriele Mayring, Vorsitzende
Ulrich Mayring, stellvertretender Vorsitzender


Zuständige Aufsichtsbehörde:

Regierung von Oberbayern
Maximilianstraße 39
80538 München

Telefon 089/2176-0
Telefax 089/2176-2914
E-Mail: poststelle@reg-ob.bayern.de 

Aufgrund ihrer Häutung wird die Schlange seit jeher als Symbol der Regeneration und der Unsterblichkeit betrachtet. Daher tritt sie in der griechischen Mythologie auch als Begleittier des Gottes der Heilkunst Asklepios und seiner Töchter auf. Hygieia, die Göttin der Gesundheit (➔ Hygiene), wird meist mit einer aus einer Schale trinkenden Schlange dargestellt.

Die Schale der Hygieia wurde so zu einem traditionellen Apothekensymbol. Seit 1951 ist sie als bundeseinheitliches Logo in Weiß im roten A über jeder Apotheke zu sehen. Und für das Apothekarium windet sich eine gänzlich ungefährliche Äskulapnatter um eine klassizistisch ausgestaltete Säule – dies als Hinweis auf unsere Museumsfunktion.

Traditionell wurden Schlangen aber auch zu Medikamenten verarbeitet, insbesondere die heimisch zu findende Viper. Das berühmte Wundermittel Theriak enthielt schon immer Vipernfleisch als spektakulärste Zutat. Und selbst im 19. Jahrhundert wurden in Venedig noch Vipernschnüre hergestellt (in Vipernblut getauchte Seidenschnüre), die man bei diversen Beschwerden um den Hals tragen sollte.

Frühere Entwürfe für unser Logo:

Neben den Gebrauchsgegenständen gab es in den Offizinen auch kuriose und exotische Objekte, die einzig der Dekoration dienten. Genau wie die Medikamente enstammten sie den „drei Reichen der Natur“ (Pflanzen, Tiere, Mineralien) und standen damit symbolisch für die Vielfalt des Warenangebots. Der Apotheker wollte sich zumindest als weitgereister Gelehrter, wenn nicht gar als Eingeweihter in magische Praktiken präsentieren. Heute würde man von einer „positiven Kompetenzvermutung“ sprechen, die es zu pflegen galt.

Entsprechend dieser Tradition gibt es auch in unserem Museum einige dieser klassischen Wunderkammerobjekte – natürlich in erster Linie solche mit Apothekenbezug.

Ein halbes Jahrtausend

Unser ältestes Exponat ist ein gotischer Mörser aus dem 15. Jahrhundert; die meisten Objekte stammen aus dem „goldenen Zeitalter“ der Apothekenkultur zwischen 1700 und 1900. Danach, im Zuge der Industrialisierung der Arzneimittelherstellung, verschwand das Kunsthandwerk aus den Offizinen. Die Einzigartigkeit jeder Apotheke und ihres individuellen Angebots an selbst hergestellten Arzneimitteln wurde zugunsten einer weitgehenden Standardisierung aufgegeben bzw. vom Gesetzgeber auch erschwert.

Die wahrscheinlich erste bildlich dokumentierte Wunderkammer gehörte dem venezianischen Apotheker Ferrante Imperato (publiziert 1599). In einem Raum neben seiner Apotheke tat sich ein wahres „Theatrum mundi“ auf.